Infostruktur am Samstag

Damit ihr den Überblick über das Geschehen behalten könnt, wird es einen Ticker für neuere Mobiltelefone/Smartphones über Internet via Twitter und einen Ticker für ältere Mobiltelefone über WAP geben. Diese leiten euch am Samstag immer die neusten Informationen zu. Wir empfehlen euch bei einer Person aus eurer Gruppe diese einzurichten.
Twitter: Antifa_Soest
WAP: http://ticker.nadir.org/ (Anleitung zum Einrichten eines WAP Ticker)

Zudem wird es auch dieses Jahr einen Ermittlungsauschuss geben.
Wir hoffen zwar, dass Niemand in Konflikt mit der Polizei gerät, sollte dies doch der Fall sein unterstützt der EA euch.
Notiert euch die Nummer und ruft diese an, falls ihr oder eure Freunde festgenommen werden oder ihr mit einer Anzeige konfrontiert seit. Vergesst nicht euch wieder abzumelden sobald ihr frei seid.
(siehe auch: ea-mannheim basics)

Die Telefonnummer für den EA lautet: 01578 1827310

Wir möchten nochmal darauf hinweisen, dass wir keine eigene Kundgebung angemeldet haben.
Wir rufen alle DemonstrationsteilnehmerInnen zu friedlichen Protesten mit demokratischen Mitteln auf. Demonstriert mit uns in Sichtweite der Nazis vor dem Bahnhof und an der Route der Nazis!
Besucht zudem die vom Stadtrat angemeldeten Kundgebungen (Markt, Vreithof, Saturn-Vorplatz) ab 12 Uhr.

Aktionskarte

Die Karte mit den wichtigsten Punkten am Samstag in Farbe und mit höherer Auflösung:

Achtet auf Ankündigungen am Freitag bezüglich Ticker, Infonummern & EA!
Die angemeldeten Kundgebungen (Markt, Vreithof, Saturn-Vorplatz) beginnen um 12 Uhr. Demonstriert mit uns in Sichtweite der Nazis vor dem Bahnhof und an der Route!
Seit vor 12 Uhr in Soest, wenn ihr mit dem Zug anreist und nicht mit Nazis zusammentreffen wollt!

Update: Aktionskarte

Hier eine vorläufige Karte mit der wahrscheinlichsten Naziroute und den angemeldeten Kundgebungen. Infos zum Ticker und ähnliche Infos folgen die Tage.

Update: Der Soester Anzeiger berichtet heute über die Route. Der Rückweg erfolgt über die Osthofenstraße und die Walburger-Osthofen-Wallstraße zurück zum Bahnhof. Die Zwischenkundgebung der Nazis am Potsdamer Platz wird 45 Minuten dauern.

Die Kundgebungen am Vreithof, Marktplatz und in der Brüderstraße vor Saturn beginnen jeweils um 12 Uhr.
Wer mit dem Zug anreist sollte vor 12 Uhr in Soest sein, da um diese Zeit die Nazis vermutlich geschlossen aus Hamm anreisen und zunächst eine Auftaktkundgebung am Bahnhof abhalten. Bleibt in Sichtweite der Nazis, zeigt ihnen den Protest!

Flyer

Solltet ihr Flyer benötigen, könnt ihr diese bei uns nach Absprache per Mail abholen oder ihr druckt sie einfach selbst aus:
Die Flyer (Druck in Din A5) im .pdf-Format finder ihr: hier

Aktuelle Informationen

+++Der Naziaufmarsch beginnt um 12:30+++
+++Die Neonazis treffen sich um 12:00 am Hauptbahnhof in Soest+++
+++Organisiert wird der Aufmarsch von der Kameradschaft Hamm+++
+++Angemeldet ist die Demonstration für 150 Menschen+++

Naziaufmarsch in Soest am 11.02.2012

Nach der Urteilsverkündung im Prozess um den Messerstich im Anno vor einem Jahr, haben Neonazis aus dem Ruhrgebiet zum zweiten Mal in Folge einen Aufmarsch in Soest angemeldet. Sie versuchen durch die Instrumentalisierung des Todes von Tim K. ihre rassistische Propaganda, getarnt durch das Herbeihalluzinieren eines „Volkstodes“ und die Angst vor steigender Ausländerkriminalität, in die Mitte der Bevölkerung zu tragen.

2011- Blockadeversuch und Störungen

Der Versuch den Aufmarsch zu blockieren ist 2011 durch die massive Präsenz der Polizei, die mit mehreren Hundertschaften aus ganz NRW, Hundestaffeln und einem Hubschrauber zugegen war, gescheitert. Die Strecke wurde hermetisch abgeriegelt und GegendemonstrantInnen wurden mit Pfefferspray, Knüppeleinsatz und Innenstadtverboten konfrontiert. Ferner versuchte die Stadt alles mögliche um GegendemonstrantInnen aus der Innenstadt zu halten und organisierte eine bürgerliche Protestveranstaltung außerhalb der Innenstadt. Dennoch gelang es einigen an der Wiesenkirche die Route zu blockieren, was den Ablauf des Aufmarsches störte. Auch während der Kundgebung am Potsdamer Platz, sowie später am Bahnhof, konnte gerade akustisch ein deutliches Zeichen gesetzt werden.

Die „Freie Kameradschaft Soest“

Wie vorab schon vermutet, hatte der Aufmarsch vom letzten Jahr einen faden Beigeschmack, denn unmittelbar nach dem Aufmarsch gründete sich die „FKS“ – „Freie Kameradschaft Soest“, die sich über ihre Webpräsenz auch gerne als „Nationale Sozialisten“, in Verbindung mit dem Zusatz „damals wie heute“, bezeichnen.
Die Absicht war klar: Nach der Demo sollte sich endlich wieder eine Neonazigruppe in Soest etablieren, wo es doch so lange ruhig um die „Ewiggestrigen“ in Soest war. Die Durchführung war allerdings mehr als lächerlich, denn außer der schlechten Internetseite und dem Kleben von erbärmlichen Stickern, blieben die angekündigten Aktivitäten aus. Mittlerweile wird auch die Internetseite schon seit vielen Monaten nicht mehr aktualisiert, aber die Mitglieder stehen noch in einer Cliquen-artigen Verbindung und treffen sich unregelmäßig zum Zwecke des gemeinsamen Alkoholkonsums und ziehen gelegentlich unter nationalem Gegröle durch die Gassen von Soest.

Stolberg- ein Beispiel aus NRW

Was in Soest bisher nicht geklappt hat, ist in Stolberg (bei Aachen) mittlerweile an der Tagesordnung: Jährlich marschieren dort mehrere hundert Neonazis im April durch die Kleinstadt, um einen Trauermarsch in Bezug auf einen ähnlichen Fall zu zelebrieren.
Spätestens seit dem Beginn dieser Trauermärsche ist Stolberg zu einer der Hochburgen des Rechtsextremismus in NRW geworden. Die Gefahr, dass Neonazis auch in Soest wieder Fuß fassen und einen Aufmarsch, mit einem dem Stolberger ähnelnden Muster, etablieren wollen, ist nicht zu unterschätzen.
Mehrere Beispiele (u.a. auch Dresden) haben gezeigt, dass nur das Verhindern eines solchen Aufmarsches, mit Hilfe von Blockaden, ein effektives Mittel ist, um einer Etablierung eines Aufmarsches im braunen Jahreskalender entgegenzuwirken.

2012- es wird Zeit, dass wir was tun!

Unser Ziel ist es, den Aufmarsch 2012 zu verhindern und das unter Zuhilfenahme von friedlichen Blockaden. Die Affäre um die NSU und den Thüringer Verfassungsschutz hat gezeigt, wie aktuell die Problematik des Rechtsextremismus ist und wie wichtig antifaschistisches Engagement auf allen Ebenen ist. Die einzige bleibende Perspektive ist offensiv gegen die Umtriebe der Neonazis vorzugehen und ihnen entschieden entgegenzutreten.

Gemeinsam am 11.02.2012 den Naziaufmarsch in Soest verhindern!
Kein Fußbreit den Faschisten!

*Alle Begriffe insb. „Verhindern“ sind im Rahmen von demokratisch legitimen Mitteln zu verstehen.

Naziaufmarsch in Soest blockiert und gestört.

Etwa 150 Neonazis marschierten am heutigen Samstag in Soest auf. Hintergrund war der gewaltsame Tod eines 20-jährigen am 29. Januar während einer Party in der Soester Innenstadt.

Der Aufmarsch

Die Nazis nutzten den Anlass für rassistische Hetze gegen Migrantinnen und Migranten. So riefen sie Parolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“, was ihnen im Verlauf der Demonstration von der Polizei untersagt wurde. Während sie nach eigenem Bekunden an den getöteten Partygast erinnern wollten, ergingen sie sich in Gewaltdrohungen gegen antifaschistische Demonstranten.

Die hauptsächlich von Nazis aus dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ besuchte Demonstration lief eine Route vom Bahnhof über die durch die östliche Soester Innenstadt bis zum Potsdamer Platz. Von dort aus zogen die Rechten auf dem gleichen Weg wieder zurück zum Bahnhof, wo die Demo nach der Verhaftung zweier Neonazis vorzeitig aufgelöst wurde.

Antifaschistische Aktionen

Gegen den Aufmarsch der Neonazis protestierten etwa 800 Menschen bei verschiedenen Aktionen. Etwa 200 Antifaschist_innen behinderten mit unzähligen Störaktionen die rechten Hetzer. An der Wiesenkirche gelang es zwischenzeitlich den Naziaufmarsch zu blockieren, die rechten mussten 20 Minuten warten bis es der Polizei gelungen war die Blockierer abzudrängen. Nahezu zeitgleich gab es eine mit bengalischen Fackeln untermalte Spotandemonstration in der Innenstadt.

Die Zwischenkundgebung der Neonazis am Potsdamer Platz wurde von Ohrenbetäubendem Pfeiffen und Buhrufen Übertönt. Sowohl hier als auch während der Demonstration wurden die Nazis immer wieder von aufgebrachten Menschen mit Eiern beworfen.

Abseits des Geschehens nahmen etwa 600 Soester Bürger_innen an einer Kundgebung vor der Stadthalle mit anschließender Demonstration zum Marktplatz teil. Zu der Veranstaltung hatten Bürgermeister und Stadpolitik aufgerufen, im Vorfeld war von bis zu 2000 erwarteten Teilnehmer_innen die Rede.

Ermittlungsausschuss

Dem Ermittlungsausschuss wurden insgesamt fünf Ingewahrsamnahmen gemeldet. Drei Beschuldigte wurden nach einer Personalienaufnahme mit einem Platzverweis aus der Innenstadt geschickt, zwei Personen wurden in die Gefangenensammelstelle gebracht. Bis zum Nachmittag wurden alle Festgenommenen wieder entlassen. Gegen Ende der Nazidemo ging die Polizei mit Pfefferspray und Schlägen gegen die Demonstranten vor die sich während des Abzugs der Neonazis am Bahnhof versammelt hatten.

Dem Ermittlungsausschuss sind weitere Anzeigen ohne Gewahrsamnahmen bekannt geworden. Wir rufen alle Betroffenen dazu auf sich im Falle eines Verfahrens bei der Roten Hilfe zu melden (z.B. Bochum-Dortmund). Macht keine Aussage bei der Polizei!

Fazit

Wir bedanken uns bei allen Menschen die aus Soest und von außerhalb trotz Regenwetters an den Gegenaktivitäten Teilgenommen haben. Ihr wart super!